Ziernieten verschönern Hundehalsbänder und Hundeleinen, Armbänder, Handtaschen, Schuhe, Lederbekleidung oder Terminkalender. Wir verkaufen sie in Hunderterpackungen (Mindestabnahme 100 Stück). Wegen ihrer vielen Formen und Größen ist es nicht immer einfach, Ziernieten anzubringen. Und weil wir zu diesem Thema viele Fragen bekommen, haben wir diese Anleitung für Sie geschrieben.
Gleich zu Beginn ein wichtiger Hinweis: Ziernieten empfehlen wir nicht, um Materialien dauerhaft miteinander zu verbinden.
Ziernieten bringen Sie ähnlich an wie Sattlernieten. Eine ausführliche Anleitung finden Sie im Artikel Nieten von Hand anbringen. Alle Ziernieten aus unserem Sortiment nieten Sie mit dem Nietsetzer für offene Sattlernieten mit 7 mm Durchmesser.
Ob das Nieten gelingt, hängt jedoch von der richtigen Unterlage ab. Wir zeigen Ihnen, welche Unterlage zur Höhe der Zierniete passt und wie Sie sie selbst herstellen.
Die richtige Unterlage wählen
Bei gewöhnlichen Sattlernieten verwenden Sie zum Nieten von Hand einen Amboss, der zur Größe und Form der Niete passen muss. Bei der Vielfalt der Ziernieten wäre das sehr kostspielig. Als Unterlage dient deshalb pflanzlich gegerbtes Leder, das auf einer harten, ebenen Fläche liegen muss (Stahlplatte, flache Seite eines Ambosses o. Ä.).
Für flache Ziernieten in Form von Hunden, Knochen, Pfoten, flachen Sternen, Rosetten usw. brauchen Sie sehr dünnes Leder (ca. 1 mm). Auf dickerem Leder könnte sich die Zierniete beim Nieten verbiegen oder sogar brechen.
Für hohe Ziernieten lohnt es sich, für jede Zierniete eine Form mit ihrem Negativ herzustellen, eine Matrize. Sie sorgt dafür, dass:
- die Zierniete beim Nieten nicht verrutscht,
- sich die Zierniete beim Nieten nicht verbiegt und nicht bricht
- und die Zierniete fest auf dem Werkstück hält.
So stellen Sie eine Matrize her
Für die Matrize eignet sich dickes pflanzlich gegerbtes Leder (Blankleder). Sie können dafür auch zwei Lederstücke aufeinanderkleben. Danach das Leder beschweren und den Kleber gut trocknen lassen.
Das geht in drei Schritten:
Wenn Sie eine Handpresse haben, können Sie die Matrize auch damit herstellen (wie die Presse funktioniert, lesen Sie im Artikel Nieten mit der Handpresse). Nachdem Sie den oberen Setzeinsatz ausgebaut haben, nutzen Sie statt des Hammers die Druckkraft der Presse.
Ziernieten mit dem Hammer anbringen
Für flache und hohe Ziernieten ist das Vorgehen gleich. Wie bei Sattlernieten kommt es auf die passende Lederstärke an. Damit sich die Niete richtig verformt, muss der Schaft 2–3 mm über das Leder hinausragen. Ist das Leder zu dick, wird der Schaft nicht vernietet und die Zierniete hält nicht. Für eine Zierniete mit 4 mm Schaft wählen Sie Leder mit 1–2 mm Stärke, für 5 mm Schaft Leder mit 2–3 mm Stärke.
Spikes und Nieten mit Linsenkopf anbringen
Eine besondere Gruppe sind Nieten mit halbrundem Linsenkopf und Spikes. Hier reicht eine Matrize nicht mehr aus, Sie brauchen einen passenden Nietsetzer. Das Nieten selbst läuft ähnlich ab wie bei den übrigen Ziernieten, nur liegt auf der unteren Unterlage der Nietkopf und nicht die Zierniete. So gehen Sie vor:
Tipps zum Schluss
Unterlagen aus Holz, Gummi, Silikon, Filz oder anderem nachgiebigem Material empfehlen wir zum Nieten von Ziernieten aus Metall nicht. Bei Chaton-Nieten gilt das Gegenteil, denn der Stein braucht eine weiche Unterlage, siehe Chaton-Nieten anbringen.
- Je härter die Unterlage, desto leichter lassen sich Ziernieten nieten. Bewährt hat sich bei uns eine Stahlplatte, auf der dünnes Leder oder eine Matrize liegt.
- Eine nachgiebige Unterlage federt beim Schlag zurück, und der Schaft wird im Nietkopf nicht ausreichend vernietet.
- Filzunterlagen sind sehr weich, beim Nieten verbiegt sich die Zierniete, im Extremfall kann sie brechen.
Eine richtig angebrachte Zierniete darf sich im Material weder bewegen noch drehen, und der Nietkopf muss parallel zum Material sitzen (nicht schräg).