Hund mit Halsband an einem Bergsee

Hundehalsband selber machen: die häufigsten Fehler und was Sie vor dem Versand prüfen sollten

Ein Hundehalsband selber zu machen ist eine schöne Arbeit, aber zugleich ein Handwerk, bei dem es auf Millimeter ankommt. Eine einzige schief gesetzte Niete, ein schlecht ausgestanztes Loch oder ein unpassend gewählter Beschlag kann nicht nur das Aussehen des fertigen Produkts verderben, sondern vor allem seine Funktion und Sicherheit.

Gerade bei Halsbändern sollten Sie daran denken, dass es nicht um ein Accessoire für Fotos geht. Ein Halsband muss beim normalen Tragen halten, beim Zug an der Leine, bei jeder Bewegung des Hundes und im täglichen Gebrauch. Deshalb lohnt es sich, jedes wichtige Teil zu prüfen, bevor Sie das Produkt verpacken und an den Kunden schicken.

In diesem Artikel sehen wir uns die häufigsten Fehler an, die beim Herstellen von Hundehalsbändern immer wieder vorkommen, woher sie kommen und wie Sie sie vermeiden.

1. Schief gesetzte Niete

Eine schief gesetzte Niete ist nicht nur ein kleiner optischer Mangel. Am Halsband kann eine solche Verbindung regelrecht gefährlich sein, denn sie hält oft die Schnalle, den D-Ring oder ein anderes belastetes Teil. Sitzt die Niete nicht gerade oder knickt sie beim Nieten zur Seite weg, ist die Verbindung womöglich nicht fest genug und kann sich im Gebrauch nach und nach lockern oder ausreißen.

Eine schlecht gesetzte Niete erkennen Sie meist auf den ersten Blick oder bei der Kontrolle in der Hand: Der Kopf liegt nicht mit der ganzen Fläche auf dem Material, zwischen Niete und Gurtband ist ein Spalt zu sehen, die Niete bewegt sich unter Belastung leicht oder dreht sich. Eine richtig gesetzte Niete sitzt fest und gerade, ohne Spalt zwischen Metall und Material und ohne jedes Spiel.

Die häufigsten Ursachen sind:

  • eine falsch gewählte Nietlänge,
  • ein zu großes oder schief ausgestanztes Loch,
  • Nieten unter einem Winkel,
  • ein ungeeignetes Werkzeug oder die falsche Matrize.

Eine große Rolle spielt vor allem die Länge der Niete. Ist der Schaft zu kurz, wird er nicht richtig verformt und die Verbindung hält nicht. Ist er dagegen zu lang, kann er beim Pressen oder Einschlagen zur Seite ausweichen. Das Ergebnis ist eine schiefe Niete, die nicht gut aussieht und vor allem nicht zuverlässig hält.

Drei Nieten in grünem Leder: links und rechts zu lang, in der Mitte eine Niete in passender Länge
Links eine zu lange Niete 72 Z, in der Mitte eine Niete in passender Länge 70 Z 8 mm, rechts eine zu lange Niete 70 Z 13 mm

Eine praktische Regel aus der Werkstatt: Der Nietschaft sollte 2–3 mm länger sein als die Gesamtstärke aller Lagen, also nach dem Durchstecken durch die Lagen etwa 2–3 mm überstehen. Bei jedem Material ist es aber am besten, zuerst einen Test an einem Reststück gleicher Stärke zu machen.

Ist eine Niete bereits schief gesetzt, versuchen Sie nicht, sie mit Gewalt nachzuschlagen oder mit einem Schraubendreher aufzuhebeln. Meist zerkratzen Sie dabei nur den Beschlag, beschädigen das Gurtband oder verformen den Bereich um das Loch. Sicherer ist es, die schlechte Niete mit einer Zange zum Abkneifen von Nieten zu entfernen und die Verbindung neu zu setzen.

Entfernen einer schlechten Niete aus einem Lederriemen mit einer Zange zum Abkneifen von Nieten

Prüfen Sie vor dem nächsten Nieten, ob das Loch für die Niete die richtige Größe hat, die Materiallagen genau aufeinanderliegen und die Niete senkrecht durch das Material geht. Bei belasteten Teilen des Halsbands lohnt sich ein kurzer Test an einem Reststück, bevor Sie das fertige Produkt nieten.

2. Gerissene oder schlecht gesetzte Öse

Eine gerissene Öse ist nicht nur ein Schönheitsfehler. Reißt beim Nieten der Rand oder wird die Öse schlecht verformt, kann auf der Unterseite eine scharfe Kante entstehen. Sie kann den Hund kratzen, Fell einklemmen, das Futter beschädigen oder mit der Zeit das Gurtband selbst angreifen. Eine schlecht gesetzte Öse kann sich außerdem im Loch drehen, verschieben oder nach und nach aus dem Material ausreißen.

Reihe von Messingösen in einem dunklen Gurtband, eine davon ist gerissen

Die häufigsten Ursachen sind:

  • ein zu großes oder ungleichmäßiges Loch,
  • eine falsch gewählte Ösengröße,
  • zu dünnes Material,
  • eine unebene Unterlage unter der Öse,
  • zu viel Druck beim Pressen,
  • ein harter Rand nach dem Einbrennen des Lochs in PP-Gurtband.
Öse im Loch eines grünblauen Lederriemens

Bei Polypropylen-Gurtbändern entsteht das Problem oft schon beim Einbrennen des Lochs. Wie Sie mit diesen Gurtbändern arbeiten, beschreibt der Artikel Arbeiten mit wasserfestem Gurtband, und womit Sie sie lochen, der Vergleich der Lochwerkzeuge. Das heiße Werkzeug verschmilzt den Lochrand, doch um das Loch kann sich ein harter, erhabener Rand aus geschmolzenem Kunststoff bilden. Wird er nicht geglättet, liegt die Öse nicht auf einer ebenen Fläche und kann beim Setzen reißen oder schlecht aufliegen.

Es hilft, den angeschmolzenen Kunststoff noch warm an glattem, kaltem Metall oder einer anderen festen, ebenen Fläche flach zu drücken. Ziel ist, dass die Öse auf ebenem Material sitzt und nicht auf einem harten Wulst.

Ist das Material zu dünn, findet die Öse keinen richtigen Halt. In diesem Fall kann es helfen, die Rückseite mit einem weiteren Stück Material zu unterlegen oder eine andere Ösengröße passend zur Materialstärke zu verwenden.

Zwei quadratische Unterlagen aus Stoff für die Öse, daneben Ösen mit Scheiben, ein Schlägel und ein Lineal

Eine schlecht gepresste oder gerissene Öse muss vorsichtig entfernt werden. Das Vorgehen kann je nach Material unterschiedlich sein, deshalb empfehlen wir, das Entfernen zuerst an einem Reststück desselben Gurtbands oder Leders auszuprobieren. Bei manchen Materialien lässt sich die Öse vorsichtig aufspalten oder herausziehen, bei anderen droht eine Beschädigung des Bereichs um das Loch.

Eine ausführliche Anleitung, wie Sie Ösen richtig setzen, finden Sie in unserem Artikel:

3. Schlecht ausgestanztes Loch für den Schnallendorn

Damit sich eine Halsbandschnalle oder Gürtelschnalle richtig befestigen lässt, muss in den Riemen ein Loch für den Dorn der Schnalle gestanzt werden. Meist wird die Schnalle in einen Umschlag des Materials gelegt und durch Nähen, Buchschrauben oder Nieten befestigt. Der Dorn geht dann durch das gestanzte Loch nach außen und greift beim Schließen in die Löcher am anderen Ende des Halsbands.

Dieses Loch sollte nicht rund, sondern länglich sein. Der Dorn muss sich darin frei bewegen können und die Schnalle muss gut im Umschlag sitzen. Je größer oder massiver die Schnalle, desto länger muss das Langloch in der Regel sein.

Sehr wichtig ist, dass das Langloch genau in der Mitte des Riemens liegt. Stanzen Sie es außerhalb der Mittellinie, sitzt der Dorn nicht mittig. Und wenn Sie dann am anderen Ende des Halsbands die Löcher zum Schließen richtig in die Mitte stanzen, greift der Dorn womöglich nicht sauber hinein. Das Ergebnis ist ein schiefer Verschluss, die Schnalle sitzt nicht bündig und das ganze Halsband wirkt ungenau.

Langloch in einem Lederriemen neben einer Schnalle mit Dorn

Prüfen Sie deshalb vor dem Ausstanzen immer:

  • die genaue Mitte des Riemens,
  • die richtige Länge des Langlochs passend zur Größe der Schnalle,
  • den Abstand des Lochs vom Materialende und von der Umschlagstelle,
  • ob der Dorn nach dem Umschlagen wirklich in der Mitte des Riemens herauskommt.

Gerade zum Bestimmen der genauen Mitte eignet sich die Lochschablone von Kemovan. Sie führt Gurtband oder Riemen von 15 bis 48 mm Breite mittig, sodass das Langloch für den Dorn und die Löcher zum Schließen auf einer Linie liegen. Der Lochabstand ist fest vorgegeben, für andere Abstände messen Sie die Löcher von Hand ab.

Kemovan-Schablone auf einem Riemen mit Stechahle zum Markieren der Löcher, daneben ein Langlocheisen

Bevor Sie das Loch in das fertige Halsband stanzen, prüfen Sie die Markierung noch einmal mit dem Auge. Einen falsch gesetzten Punkt korrigieren Sie leicht, ein falsch gestanztes Langloch lässt sich nicht mehr reparieren.

4. Ungleichmäßige oder falsch gewählte Löcher zum Schließen

Die Löcher zum Schließen sind am fertigen Halsband gut zu sehen und bestimmen zugleich, wie der Riemen im geschlossenen Zustand sitzt. Es reicht also nicht, nur die Mitte zu treffen. Wichtig sind auch ein gleichmäßiger Abstand, die Anzahl der Löcher und ihre Form.

Ungleichmäßig verteilte Löcher zum Schließen in einem Lederriemen

Ein typischer Fehler entsteht beim Markieren nach Augenmaß. Ein Loch sitzt ein Stück höher, das nächste hat einen anderen Abstand und die ganze Reihe wirkt ungenau. Legen Sie deshalb zuerst das mittlere Loch nach dem gemessenen Halsumfang des Hundes fest und messen Sie von dort die weiteren Löcher in gleichen Abständen nach beiden Seiten ab. So hat der Kunde Spielraum, um das Halsband enger oder weiter zu stellen.

Beim Markieren lohnt es sich, an dieselbe Mittellinie anzuknüpfen, die Sie schon für das Loch des Schnallendorns festgelegt haben. Die Lochschablone von Kemovan hilft Ihnen, die Löcher gerade, mittig und in gleichen Abständen zu markieren, sodass Sie nicht jedes Loch einzeln nach Augenmaß ausmessen müssen.

Markieren der Lochabstände mit einer Stechahle durch die Kemovan-Schablone auf einem Riemen

Die Löcher zum Schließen können rund sein, bei manchen Halsbändern oder Gürteln sind aber auch längliche Löcher sinnvoll. Das ovale Locheisen ist für Leder gedacht, für wasserfestes Gurtband eignet es sich nicht. Der Schnallendorn sitzt in einem länglichen Loch besser und der Riemen kann sich beim Schließen natürlicher anlegen. Das runde Loch ist üblicher und für viele Produkte völlig ausreichend, aber bei stärkeren Riemen, massiveren Schnallen oder wo Sie einen saubereren Sitz wünschen, kann das längliche Loch die bessere Wahl sein.

Zwei Gürtel mit Löchern zum Schließen, oben ein grauer strukturierter, unten ein roter

Praktisch ist es, zuerst alle Löcher nur anzuzeichnen, die ganze Reihe mit dem Auge zu prüfen und erst dann zu stanzen. Eine falsche Markierung können Sie noch korrigieren. Ein falsch gestanztes Loch nicht mehr.

5. Falsch gewählte Halsbandlänge

Eine falsch gewählte Halsbandlänge ist ein Fehler, der sich oft erst zeigt, wenn der Kunde das Halsband am Hund anprobiert. Der Hersteller kann sich dabei genau an das zugeschickte Maß gehalten haben – das Problem liegt oft darin, was der Kunde eigentlich gemessen hat.

Messen des Umfangs eines fertigen Lederhalsbands mit Pfotenmotiv von der Riemenspitze bis zur Schnalle


Es reicht nicht, „Messen Sie das alte Halsband“ zu schreiben. Darunter kann sich jeder etwas anderes vorstellen. Der eine misst das Halsband richtig von der Stelle, an der der Schnallendorn anliegt, bis zum meistgenutzten Loch. Der andere misst das ganze Halsband von der Schnalle bis zum Ende des freien Riemens. Ein solches Maß entspricht aber nicht dem Halsumfang des Hundes, und das fertige Halsband kann dann um mehrere Zentimeter länger sein, als es sein sollte.

Messen der Länge eines fertigen Halsbands entlang des Riemens, Finger zeigen Anfang und Ende des Maßes

Schreiben Sie dem Kunden deshalb immer klar, was Sie zum Messen brauchen:

  • der tatsächliche Halsumfang des Hundes,
  • oder das alte Halsband von der Stelle, an der der Schnallendorn anliegt, bis zu dem Loch, in dem es der Hund normalerweise trägt,
  • und bitten Sie am besten auch um ein Foto des alten Halsbands mit angelegtem Maßband.

Das zweite Problem entsteht bei stärkeren, gefütterten oder gepolsterten Halsbändern. Auf dem Tisch kann die Länge richtig aussehen, doch im geschlossenen Zustand wird der Innenumfang kleiner. Das Material hat seine Stärke, und ist das Halsband zum Beispiel mit Schaumstoff, Neopren oder einer weiteren Lederlage gepolstert, nimmt es einen Teil des Platzes im Inneren des Halsbands ein.

Deshalb sollten Sie bei stärkeren Halsbändern nicht nur die Länge des ausgelegten Riemens prüfen, sondern auch den tatsächlichen Innenumfang des geschlossenen Halsbands. Genau er entscheidet, ob das Halsband dem Hund bequem sitzt.

Am besten ist es, wenn der Hund das Halsband im mittleren Loch trägt. So bleibt Spielraum zum Enger- und Weiterstellen, zum Beispiel wenn der Hund abnimmt, zunimmt, geschoren wird oder im Winter dichteres Fell bekommt.

6. Beschlagbreite passt nicht zum Gurtband

Der Beschlag muss wirklich zum Gurtband oder Riemen passen. Es reicht nicht, dass das Maß „fast gleich“ ist. Ist das Gurtband breiter als die Innenbreite von Schnalle, Schlaufe oder D-Ring, reibt es im Beschlag, verdreht sich oder bewegt sich nicht richtig.

Hände halten eine Messingschnalle mit durchgezogenem hellgrünem Lederriemen

Ein typisches Problem entsteht bei Maßen, die ähnlich aussehen, aber nicht gleich sind. Zum Beispiel 40-mm-Gurtband und ein Beschlag mit 38 mm Innenbreite. Ein Unterschied von zwei Millimetern mag auf dem Papier unbedeutend wirken, in der Praxis kann er aber bedeuten, dass das Gurtband schlecht durch die Schnalle läuft oder sich darin verformt.

Prüfen Sie bei der Auswahl deshalb immer nicht nur die Breite des Gurtbands, sondern auch das Innenmaß des Beschlags. Achten Sie auf die technischen Zeichnungen und die Maße beim Produkt, nicht nur auf den Namen der Variante. Wenn Sie auf unserer Website die Anzeige der Maße auf Zoll umgestellt haben, rechnen Sie damit, dass auch Tabellen und technische Maße in Zoll angezeigt werden.

Achten Sie auch auf die Materialstärke. Läuft das Gurtband in mehreren Lagen durch den Beschlag, reicht es nicht, nur auf die Breite zu achten. Zu starkes oder steifes Material biegt sich in der Schnalle schlechter, lässt sich schwer durchziehen oder steht unnötig ab.

Am besten probieren Sie die konkrete Kombination schon vor der Herstellung aus. So ersparen Sie sich die Situation, dass das Halsband fast fertig ist, das Gurtband aber in der Schnalle nicht sitzt, reibt oder sich unnatürlich verdreht.

7. D-Ring ohne Rücksicht auf den Gebrauch platziert

Auf die Frage, wo genau der D-Ring am Halsband hingehört, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Sie begegnen unterschiedlichen Konstruktionen, und jede kann ihre Berechtigung haben.

Wichtig ist, darüber nachzudenken, wie das konkrete Halsband genutzt wird. Im geschlossenen Zustand sollte der D-Ring zum Einhaken der Leine gut erreichbar sein, beim Schließen nicht unnötig stören und seine Position sollte kein unangenehmes Verdrehen des Halsbands verursachen.

Achten Sie auch auf den Abstand zu den übrigen Beschlägen. Sitzt der D-Ring zu nah an der Schnalle oder einem anderen Metallteil, können sie bei Bewegung aneinanderschlagen und klimpern. Beim normalen Gassigehen muss das kein großes Problem sein, aber zum Beispiel im Wald kann jedes unnötige Geräusch unerwünscht sein.

Berücksichtigen Sie beim Entwurf deshalb vor allem:

  • die Konstruktion und die Verschlussart des Halsbands,
  • Größe und Gewicht der verwendeten Beschläge,
  • den Abstand der einzelnen Metallteile zueinander,
  • wo der D-Ring im geschlossenen Zustand tatsächlich liegen wird,
  • und die Wünsche des Kunden, wenn Sie das Halsband auf Bestellung fertigen.

Die richtige Position ist die, die beim konkreten Halsband, Hund und Gebrauch Sinn ergibt. Es gibt nicht die eine Lösung, die für alle die beste wäre.

8. Beschläge, die nicht zu Größe und Einsatz passen

Wählen Sie die Beschläge nach dem Hund, nicht nur danach, was Ihnen gefällt. Ein kleiner Hund braucht keine so massiven Beschläge wie eine große, kräftige Rasse. Eine schwere Schnalle oder ein großer gegossener Ring kann das Halsband bei einem kleinen Hund unnötig nach unten ziehen, am Hals verdrehen und den Tragekomfort insgesamt verschlechtern.

Ein Chihuahua, ein Yorkshire Terrier oder ein kleiner Begleithund braucht keine Beschläge, die einen kräftigen Hund wie einen Pitbull Terrier halten würden. Solche Beschläge sind für ihn unnötig massiv.

Großes schwarzes Lederhalsband mit Schnalle und D-Ring, darin ein kleines blaues Halsband

Bei kleinen Hunden sind oft sinnvoll:

  • leichtere Kunststoffbeschläge,
  • kleinere Schnallen,
  • leichtere Metallteile,
  • kleinere D-Ringe,
  • eine insgesamt feinere Konstruktion des Halsbands.

Bei kräftigen Hunden, die stark ziehen, oder im Hundesport sind dagegen feste und widerstandsfähige Beschläge nötig.

Eine eigene Gruppe sind Hunde, die oft schwimmen oder ins Wasser gehen. Bei ihnen lohnt es sich, über die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit nachzudenken. Beschläge aus Edelstahl können genau dort sinnvoll sein, wo das Halsband oft im Wasser oder in nasser Umgebung ist.

Ziel ist nicht, jedes Halsband mit den stärksten möglichen Beschlägen auszustatten. Ziel ist, Beschläge zu wählen, die zur Größe des Hundes, seiner Kraft, seiner Aktivität und der Umgebung passen, in der das Halsband getragen wird.

9. Ungeprüftes oder rissiges Leder an belasteten Stellen

Bei Lederhalsbändern reicht es nicht, nur die Narbenseite des Riemens zu prüfen. Schäden können auch auf der Fleischseite auftreten und von oben überhaupt nicht zu sehen sein.

Fleischseite des Leders mit einer beschädigten Stelle, die von der Narbenseite nicht zu sehen ist

Beim Zuschneiden der Riemen lohnt es sich deshalb, den ganzen Streifen vor der weiteren Verarbeitung von beiden Seiten anzusehen. Auf der Fleischseite können Einschnitte, Risse oder teilweise geschwächte Stellen auftreten, die nicht ganz durchgeschnitten sind, sich aber bei weiterer Belastung öffnen können. Es ist viel besser, eine solche Stelle sofort zu entdecken als erst dann, wenn der Riemen gefärbt und fast fertig ist.

Achten Sie auch auf Stellen, an denen sich das Leder stark biegt, zum Beispiel um die Schnalle. Bei einem scharfen Knick entsteht auf der Narbenseite eine große Spannung und das Material kann zu reißen beginnen.

Bei stärkerem Leder wird der Teil an der Knickstelle deshalb üblicherweise von der Fleischseite her geschärft. Der Riemen biegt sich dadurch gleichmäßiger, im Umschlag entsteht kein unnötig dicker Wulst und die Narbenschicht wird weniger belastet. Oft wird empfohlen, das Material an der Knickstelle auf etwa die Hälfte der ursprünglichen Stärke auszudünnen, es hängt aber immer vom konkreten Leder und der Konstruktion des Produkts ab.

Ausdünnen eines Lederstreifens auf der Spaltmaschine mit eingestelltem Messer

Prüfen Sie deshalb vor der Fertigstellung eines Lederhalsbands:

  • den ganzen Riemen von der Narben- und der Fleischseite,
  • ob nirgends Risse oder Einschnitte auftreten,
  • den Zustand des Leders an den späteren Knickstellen,
  • und ob sich das Leder um die Schnalle gleichmäßig biegt, ohne dass die Narbenschicht reißt.

Das Versäubern oder Polieren der Kanten ist dann vor allem eine Frage der Optik und der gewählten Verarbeitung. Für sich genommen ist es also kein Zeichen für ein richtig oder schlecht hergestelltes Halsband.

10. Gelockerte Schrauben

Wenn Sie bei der Herstellung Buchschrauben oder Schraubzierteile verwenden (wie Sie sie auswählen, beschreibt der Artikel Buchschrauben), müssen Sie damit rechnen, dass sie sich im Gebrauch mit der Zeit lockern können. Das Halsband biegt sich bei jeder Bewegung des Hundes, die Beschläge arbeiten und die Verbindung ist Vibrationen und wiederholter Belastung ausgesetzt.

Nachziehen der Schraube eines Beschlags an einem Lederhalsband mit einem kleinen Schraubendreher

Prüfen Sie deshalb vor dem Versand immer:

  • ob alle Schrauben richtig angezogen sind,
  • ob sie gerade sitzen,
  • ob nirgends eine scharfe Kante hervorsteht,
  • ob sich die Verbindung bei Zug oder Bewegung nicht lockert.

Wenn Sie eine Schraubverbindung gegen selbstständiges Lösen sichern möchten, verwenden Sie eine geeignete Schraubensicherung, zum Beispiel Loctite 243. Sie ist für Gewindeverbindungen aus Metall bestimmt und wirkt dort, wo das Gewinde der Schraube das Gewinde des Gegenstücks berührt. Nach dem Aushärten hilft sie, ein Lösen bei Bewegung, Vibrationen oder Stößen zu verhindern.

Fläschchen Schraubensicherung Loctite 243 mit 10 ml Inhalt

Der Vorteil: Die Verbindung wird nicht dauerhaft verklebt. Wenn Sie die Schraube später lösen müssen, zum Beispiel bei einer Reparatur oder beim Austausch eines Beschlags, lässt sich die Verbindung mit üblichem Handwerkzeug wieder öffnen.

Sekundenkleber ist kein geeigneter Ersatz für eine Schraubensicherung. Er kann auch das umliegende Material verkleben und das spätere Zerlegen der Verbindung erschweren. Bei lösbaren Konstruktionen ist es deshalb besser, ein Mittel zu verwenden, das direkt für die Schraubensicherung bestimmt ist.

11. Unnötiges Waschen des fertigen Halsbands in der Waschmaschine

Ein fertiges Halsband muss vor dem Verkauf nicht in der Waschmaschine gewaschen werden. Trotzdem haben wir in der Praxis Fälle erlebt, in denen ein Hersteller frisch genähte Halsbänder vor dem Verkauf gewaschen hat und anschließend mit beschädigten oder angeschlagenen Beschlägen zu tun hatte.

Textilhalsband mit Metallschnalle über der Öffnung einer Waschmaschine

Das Problem: Ein Halsband ist kein Stück Stoff ohne weitere Teile. Beim Waschen dreht und verdreht es sich in der Trommel immer wieder, und die Metallteile schlagen gegen die Trommel und gegeneinander. Bei Dreiecksringen, Schnallen, Ringen und anderen Beschlägen mit Oberflächenveredelung kann diese so zerkratzt oder abgeschlagen werden, noch bevor das Produkt überhaupt beim Kunden ankommt.

Die Waschmaschine kann auch Nieten, Nähte, Kunststoffteile oder andere Verbindungen unnötig belasten. Bei manchen Materialien können auch die Temperatur oder das Waschmittel selbst schaden.

Wenn ein neues Halsband nach der Herstellung von Staub, Resten vom Markierstift oder Werkstattschmutz gereinigt werden muss, reicht meist eine örtliche Reinigung von Hand passend zum verwendeten Material. Es gibt keinen Grund, das ganze neue Produkt der mechanischen Belastung in der Waschmaschine auszusetzen.

Dieselbe Empfehlung sollten Sie auch an den Kunden weitergeben. Wird ein Halsband aus Textil oder wasserfestem Gurtband im Gebrauch schmutzig, empfehlen wir die Reinigung von Hand:

  • mit lauwarmem Wasser,
  • mit milder Seife,
  • mit einem Tuch oder einer weichen Bürste,
  • anschließendes Abspülen mit klarem Wasser,
  • an der Luft trocknen lassen, nicht auf der Heizung und nicht an einer direkten Wärmequelle.

Bei wasserfestem Gurtband genügt es oft, die Oberfläche mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Bei stärkerer Verschmutzung helfen milde Seife und eine Bürste.

Ein Lederhalsband weichen Sie nicht in Wasser ein. Reinigen Sie es mit einem feuchten Tuch und Lederseife Universal und pflegen Sie es danach mit Lederbalsam. Wie Sie dabei vorgehen und welche weiteren Pflegemittel es gibt, lesen Sie im Artikel Leder versiegeln, ölen oder wachsen.

Die Waschmaschine ist also kein Weg, ein neues Halsband vor dem Verkauf „fertigzumachen“ oder für den Kunden vorzubereiten. Im Gegenteil: Sie können damit ein Produkt völlig unnötig beschädigen, das nach der Fertigstellung in Ordnung war.

12. Fehlende Endkontrolle vor dem Versand

Prüfen Sie das fertige Halsband vor dem Verpacken immer noch einmal gründlich von der Außen- und der Innenseite. Bei der Herstellung übersieht man leicht eine Kleinigkeit, die am fertigen Produkt plötzlich gut zu sehen ist – eine gelockerte Schraube, eine scharfe Kante, Reste vom Markierstift oder einen schief sitzenden Beschlag.

Mitarbeiterin der Pet-Hardware-Werkstatt prüft ein fertiges Lederhalsband mit Schnalle

Prüfen Sie vor dem Versand:

  • Die Nieten sitzen gerade und haben kein Spiel.
  • Die Ösen sind nicht gerissen und unten nicht scharf.
  • Die Schnalle sitzt in der Mitte und der Dorn bewegt sich frei.
  • Die Löcher zum Schließen liegen gerade und haben gleiche Abstände.
  • Der D-Ring und die übrigen Beschläge sitzen richtig.
  • Die Schrauben sind angezogen und gegebenenfalls gesichert.
  • Das Material ist nirgends gerissen, durchstochen oder anders beschädigt.
  • Es sind keine Reste vom Markierstift, Kleber oder anderer Schmutz geblieben.
  • Die Beschläge sind nicht zerkratzt oder beschädigt.
  • Die Fäden sind abgeschnitten.
  • Das Halsband lässt sich bequem schließen und öffnen.

Machen Sie bei belasteten Teilen auch eine einfache Zugprobe. Ziehen Sie am D-Ring, prüfen Sie die Schnalle und biegen Sie das Halsband in die Form, die es am Hals des Hundes wirklich hat. Manche Fehler zeigen sich erst unter Belastung oder beim Biegen, nicht, wenn das Produkt flach auf dem Tisch liegt.

Fazit: Hundehalsband selber machen und vor dem Versand prüfen

Bei der Herstellung von Halsbändern entscheiden oft Details. Manche Fehler sind sofort zu sehen, andere zeigen sich erst beim Schließen, Biegen oder unter Belastung. Deshalb lohnt es sich, das fertige Halsband vor dem Versand noch einmal durchzugehen und nicht nur das Aussehen, sondern auch die Funktion der einzelnen Verbindungen und Beschläge zu prüfen.

Ein Fehler bei der Herstellung kann jedem passieren. Wichtig ist, ihn zu entdecken, bevor das Produkt beim Kunden ankommt, und beim nächsten Mal zu wissen, an welcher Stelle Sie besonders aufpassen müssen.

Und wenn Sie bei der Herstellung auf ein Problem gestoßen sind, bei dem Sie nicht weiterwissen, schreiben Sie uns. Wir sehen es uns gern an – und vielleicht entsteht daraus ein weiterer praktischer Artikel oder ein Video.

Drei Shiba Inu im Wald mit bunten Halsbändern und Leinen
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